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Taktische Motive · Fortgeschritten

Fesselung

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Worin der Sinn liegt

Eine Figur steht vor einer wertvolleren und kann nicht ziehen: Sobald sie zur Seite geht, läuft der Angriff weiter und nimmt, was dahinterstand.

Eine gefesselte Figur ist wie festgeklebt. Sie bleibt auf dem Brett, hört aber auf zu arbeiten — verteidigen kann sie nichts mehr, angreifen auch nicht.

Wie es aussieht

Ein Läufer wirkt auf der Diagonale: zuerst die gegnerische Dame, dahinter der König. Die Dame kann die Diagonale nicht verlassen — hinter ihr steht der König, und ins Schach zu ziehen ist verboten. Das ist eine absolute Fesselung: Wegziehen verbieten die Regeln. Die Dame darf sich nur entlang derselben Diagonale bewegen, doch der Läufer ist gedeckt, und so geht die Dame bestenfalls für den Läufer weg.

Es gibt auch die mildere Form: Die gefesselte Figur steht nicht vor dem König, sondern vor einer Dame oder einem Turm. Sie darf ziehen, aber dann geht verloren, was dahinter steht. Das ist eine relative Fesselung — die Figur muss nicht stehenbleiben, aber Ziehen kostet zu viel.

Wie man es erkennt

Schau entlang der Linien und Diagonalen, die zu deinem König führen. Steht zwischen deiner Figur und dem König nichts, und am anderen Ende ein Turm, Läufer oder eine Dame — dann ist die Figur gefesselt.

Eine gefesselte Figur wird oft noch einmal angegriffen: Sie kann nicht weglaufen, also häuft man einfach weitere Angreifer an.

Womit man es oft verwechselt

Dem Spieß. Die Geometrie ist dieselbe — zwei Figuren auf einer Linie. Der Unterschied liegt darin, wer hinten steht: Bei der Fesselung ist die hintere Figur wertvoller, beim Spieß weniger wert.

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